Fachstelle für Suchtprävention
Die Fachstelle für Suchtprävention Burgenland wurde am 01.01.2005 gegründet. Die offizielle Bekanntmachung erfolgte mittels einer Pressekonferenz am Montag, dem 20. Juni 2005 in Eisenstadt.
Das Land Burgenland steht hinter dem Gedanken der Suchtprävention und hat diesbezüglich schon viele Meilensteine gesetzt.
Mit der Gründung einer eigenen Suchtkoordinationsstelle in der Burgenländischen Landesregierung im Jahr 2000 wurde auch der umfassende Aufgabenbereich der Prävention, wie die Entwicklung, Initiierung und Vernetzung von Präventionsprojekten der Suchtkoordination des Landes Burgenland übergeben.
Die Fachbereiche der Suchtkoordination und der Suchtprävention wurden aus dem Amt der Burgenländischen Landesregierung ausgegliedert und sind nun eigenständige Fachbereiche der Psychosozialen Dienst Burgenland – GmbH. Anfang des Jahres 2005 nahm die Fachstelle für Suchtprävention des Burgenlandes ihre Arbeit auf.
Die Aufgabengebiete der Fachstelle in Kurzform:
- Förderung aller Maßnahmen der Suchtprävention im Burgenland auf der Basis wissenschaftlicher Evidenz
- Planung und Organisation eines integrativen Präventionskonzeptes für das Burgenland, das alle vorhandenen Organisationen und Initiativen einbezieht
- Koordination aller Suchtpräventionsmaßnamen im Burgenland
- Fachliche Beratung und Unterstützung von Organisationen und Personen die Präventionsmaßnahmen durchführen
- Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit
- Durchführung von SuchtpräventionsmaßnahmenVernetzung mit österreichischen und internationalen Einrichtungen der Suchtprävention
Kontaktaufnahme mit den Institutionen im Burgenland, die im pädagogischen Kontext tätig sind oder PädagogInnen ausbilden. (z.B. Kindergarten, Schulen und Jugendzentren, Kindergartenschule, Pädagogisches Institut, Kinder- und Jugendanwalt, Kindergarteninspektorinnen, LSR, etc.)
Bedarfserhebung für suchtpräventive Unterstützung in Form von Multiplikatorenschulungen für PädagogInnen, Elternarbeit, Suchtpräventionsprojekten mit Kindern, Jugendlichen und Lehrlingen in Schulen und in der Gemeinde.
Aufbau eines ExpertInnenpool aus verschiedenen Professionen.
Entwicklung eines umfassenden Suchtpräventionskonzeptes für das Land Burgenland, ausgerichtet nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen im Bereich der Sucht- und Präventionsforschung. Die Fertigstellung und Vorstellung des Konzeptes wird voraussichtlich im Herbst 2005 erfolgen.
Vernetzungsaktivitäten in Österreich mit den Fachstellen der acht Bundesländer und der ARGE für Suchtprävention Österreich.
Operative Durchführung: Planung und Koordination von Schulungen, Fortbildungs-veranstaltungen, Seminare, Elternabende, Pilotprojekte durch
- DSA Theresia Hausleitner
- externe ReferentInnen und Fachexperten
- MitarbeiterInnen des PSD Burgenland GmbH und durch
- Eigenleistung
Integratives Ursachenmodell
Ein mehrdimensionaler Ansatz des biopsychosozialen Ursachenmodells nach Engel und Feuerlein, welches Sucht als Ergebnis einer länger währenden Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Droge sieht. Der Humanökologischer Orientierungsansatz nach Trettner gliedert den Begriff Umwelt in vier Lebensbereiche. Diese differenzierte Betrachtung stellt die Person in einem komplexen Gefüge von Beziehungen zu ihren Lebensbereichen deutlicher dar.Arbeit (Schule) Wohnen Familie FreizeitDie Miteinbeziehung des systemischen Modells, das bei jedem einzelnen Menschen ein individuelles Bedingungsgefüge (z.B. Familiensystem) des süchtigen Verhaltens darstellt, soll auch in präventiven Maßnahmen Berücksichtigung finden.
Die strukturelle und personenorientierte Ebenen von Suchtprävention
Die grundlegenden Erkenntnisse über die vielfältigen Verursachungsfaktoren von Suchtmittelkonsum und Abhängigkeitsentwicklung bedeuten für zukünftige Steuerungsmöglichkeiten die Einbeziehung und Vernetzung aller Akteure im Bereich Familie, Schule, Staat, Politik, Medizin und Medien.
Entwicklung eines Kompetenzzentrums und Drehscheibe für alle suchtpräventiven Tätigkeiten im Burgenland.
Handlungsfelder
Multiplikatorenprogramme und Seminare Pädagogen (Schule, Kindergarten) Pädagogen in Ausbildung Eltern Jugendzentren und Vereine Eigene Mitarbeiter, Mitarbeiter d. Bgld. Landesregierung wie Amt für Jugend und Familie, Gesundheitsberufe und Krankenpflegefachdienst, Jugendpräventionsbeamte der Gendarmerie und Polizei
Evaluation
Dem Wirksamkeitsnachweis für suchtpräventive Maßnahmen wird durch die Einsetzung von Programmen, die empirisch gut fundierte Theorien beinhalten, entsprochen.Globale empirische Wirksamkeitsnachweise können nur durch längerfristige wissenschaftliche Studien in Zusammenarbeit mit Experten des API und LBI erfolgen.
Zusammenarbeit
- Amt der Burgenländischen Landesregierung
- Referate der Burgenländischen Landesregierung
- Pädagogisches Institut Eisenstadt
- LSR
- Pädagogische Akademie
- SchulärztInnen
- Exekutive
- Staatsanwaltschaft und Gericht
- Kinder- und Jugendanwalt
- Suchtkoordination
- Bgld. Ärztekammer
Phase I
- Erarbeitung eines Corporate Identity
- Aufbau einer Organisationsstruktur
- Planung und Aufbau einer Infrastruktur
- Aufbau von internen und externen MitarbeiterInnen
Phase II
- Vernetzung und Austausch mit nationalen und internationalen ExpertInnen
- Etablierung eines Informationszentrums
- Öffentlichkeitsarbeit
- Medienarbeit um alle Bevölkerungsgruppen zum Thema Sucht und Suchtprävention zu sensibilisieren